Die Missionarsstellung in der Sportfotografie Teil 3

Und weiter gehts: heute mal was über große Events.

Mag ich nicht mehr so ganz, muss aber sein. Da hast du wirklich Stress am Hals, denn auch als akkreditierter Pressefotograf bekommst du immer weniger Zugang zu den coolen Hotspots. Das liegt daran, dass es eben sehr viele Fotografen gibt und weil es Verträge zwischen den Veranstaltern und großen Medien gibt, die den Ottonormaljournalist zur Witzfigur degradieren. In Österreich ist es z.B. der ORF der alles diktiert. Wie auch immer, es wird nicht einfacher gute Bilder zu machen.

Top-Athleten erwischen

kommt immer gut an. Bist du gerade im Ausland, sei frech und stell dich zu den Fotografen dazu

kommt immer gut an. Bist du gerade im Ausland, sei frech und stell dich zu den Fotografen dazu

London Marathon ist für Fotografen nicht immer ganz einfach. Das kommt daher, dass die echten Highlights durch Zuschauer ziemlich unzugänglich sind. Ein Tipp ist sich zu erkundigen, wann die Fototermine für Journalisten im Freien an den Vortagen stattfinden. Da kann man sicher auch als Hobbyfotograf die Top-Elite mit der Towerbridge erwischen. OK, ich glaube diese Konstellation wird es nicht mehr so bald auf einen Haufen geben.

Auf der Strecke knipsen

Die großartige Paula bei ihrem letzten offiziellen Marathonlauf

Die großartige Paula bei ihrem letzten offiziellen Marathonlauf

Erwische Situationen, die Sportgeschichte schreiben. Hier Paula Radcliffe bei ihrem letzten Marathon im April 2015 am Big Ben. Bitte versucht bei Großevents die Stimmung am Straßenrand mit zu erfassen. Teles haben da nichts verloren und ehrlich fast alle Fotografieren an solchen Tagen mit Teleobjektive. Dabei sind doch die jubelnden Zuschauer, die Helikopter am Himmel, der Big Ben um Paula herum so wichtig! Ich habe hier ein Weitwinkel mit 16mm; 1/320s; f 8 und ISO 1000 gewählt. In allen Berichten habe ich kein einziges Foto gesehen, dass diese Stimmung wiedergibt. Dafür viele von Paula schön freigestellt mit verwischtem Hintergrund. Fand ich sehr schade.

Geh dahin, wo sonst keiner mit einem Fotoapparat steht

Berlinmarathon - im Hintergrund der Friedensengel

Berlinmarathon – im Hintergrund der Friedensengel

Kurz nach dem Start sind die Läufermassen beeindruckend. Da ist sehr viel Spannung im Raum und jede Menge Adrenalin auch. Als Fotograf muss man nur darauf achten keinen Testosteron bei solchen Aktionen abzukriegen – schließlich taucht man ja fast in den Läuferstrudel ein.

probiere auch mal ganz neue Positionen

probiere auch mal ganz neue Positionen

Gegenlicht ist sehr spannend für Fotografen. Ich suche oft Bäume, Gebäude oder Gegenstände die das Licht schön brechen lassen. Dieses Bild mag ich, weil die Junge Frau am linken Bildrand die gleiche Position wie der Fotograf eingenommen hat. Sie wartet auf ihren Freund? Bilder die die Phantasie anregen sind sehr spannend.

traue dich verrückte Fotos zu machen

traue dich verrückte Fotos zu machen

Am Potsdamer Platz eine sehr schnelle Frau mit vier bemühte Herren ihr zu folgen. Die Kamera ist am Boden und eröffnet eine ungewohnte Perspektive.

Ein letzter Tipp

Idealerweise sucht man am Tag zuvor seine Hotspots aus. Ich glaube eines der wichtigsten Tipps ist eher auf Weitwinkel setzen, vor allem wenn man seine Bekannte und Freunde erwischen will. Blende 8 – 9 und ISO hoch wählen, dann ist man eher auf der sicheren Seite alle scharf zu Fotografieren. Und ganz klar: neues auszuprobieren, nicht immer nur das gleiche blöde Bild. Das könnt ihr ja dann kaufen!

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Horst von Bohlen