Die Missionarsstellung in der Sportfotografie Teil 2

Das Einfrieren

Sport ist auch Bewegung. Sportfotografen frieren meistens ein. Das bedeutet kurze Belichtungszeiten.

Kurze Zeiten und das Bild steht

Kurze Zeiten und das Bild steht

sieht doch klasse aus oder? Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass der linke Fuss leicht verschwommen ist. Das gibt dem Bild eine richtig geile Dynamik. Wie funktioniert sowas? Als erstes muss man die richtige Zeit wählen. Bei Läufern ist es ca. 1/400 s. Eine kürzere Belichtungszeit würde diesen Effekt nicht zeigen, ein längere würde die Läuferin verwischen. Ich liebe diese Bilder und das ist of meine Einstellung. Hier habe ich ISO 1000 und f 5,6 gewählt und kein Blitz. Fazit: Zeitvorgabe und ISO Vorgabe, Blende kann auf automatisch eingestellt werden. Die Nachbearbeitung auf diesem Bild ist auch interessant – warme Töne bei kaltem Wetter. Sieht man auch nicht oft. Vom Bildschnitt habe ich eine Position gewählt, die die Dynamik der Bewegung verstärkt. Diese Fotoposition von der Hocke ist nicht immer von Vorteil, schon gar nicht wenn man Frauen fotografiert. Wehe man erwischt ein Doppelkinn, denn die Gefahr ist aus dieser Pose riesengroß. Also vorher die Läuferin genau anschauen.

Was geht noch an Kreativität?

Ganz geniale Effekte erzielt man, wenn man mit der Kamera das bewegte Objekt verfolgt. Klar, das braucht Übung, macht aber mächtig Laune!

Mit der Kamera die Läuferin verfolgen und im richtigen Moment abdrücken.

Mit der Kamera die Läuferin verfolgen und im richtigen Moment abdrücken.

Das hier ist für geübte Fotografen eine gute Abwechslung. Das Bild ist quasi bei Dämmerung entstanden. Daher ISO 1600. Um solche Effekte zu erzielen, muss man eine relativ hohe Belichtungszeit wählen. Ich arbeite meistens mit 1/50s. Die Blende habe ich mit f 5,0 gewählt. Man kann bei solchen Bildern die Zeit und ISO vorwählen und die Blende sich automatisch anpassen lassen. Bitte auch hier darauf achten, dass bei der Position Frauen keinen Doppelkinn haben dürfen. Noch ein kleiner Tipp. Niemals Bilder veröffentlichen, wenn Frauen beim Laufen gerade auf den Boden aufkommen. Gesicht und Busen schauen da grauenhaft aus!
Diese Aufnahmetechnik ist für geübte Fotografen mit einer ruhigen Handführung sehr zu empfehlen. Das ist Dynamik pur.

Noch ein weiterer Tip – Beziehung einfangen!

Bringe, wann immer es geht, die Beziehung in deine Bilder hinein

Bringe, wann immer es geht, die Beziehung in deine Bilder hinein

Dieses Foto ist klassisch. Blende 2,8; Belichtungszeit 1/640s und ISO 200. Running Zuschi und die großartige Kathrine Switzer laufen gemeinsam und Synchron einen Weg entlang. Beide Läuferinnen sind Freigestellt, ihre Umgebung ist warm und freundlich. Das Bild gibt die Vertrautheit und Verbundenheit beider Frauen wieder, wie sie einen gemeinsamen Weg beschreiten. Bei diesem Bild träume ich oft von einer besseren Welt mit mehr Respekt und Toleranz.

Eine weitere Idee

Zeige auch mal wo der Weg hinführt und nicht immer nur, woher der Sportler kommt.

Auch ein schöner Rücken (Po) kann entzücken

Auch ein schöner Rücken (Po) kann entzücken

diese Bilder gehören zu meinen Favoriten. Sie Zeigen den Weg vor uns mit der Landschaft drumherum und machen richtig Lust auf Bewegung. Blende 5,0; 1/640s und ISO 1600. Auch hier sind viele unterschiedliche Varianten möglich. Ich liebe es kontrasthaltige Freistellung durch Farbgebung zu erzeugen. Durch die klar definierte Wadenmuskulatur wird eine sportliche Note in das Bild eingebracht. Daher lieber eine kurze Belichtungszeit um auch die Beine einfrieren zu lassen. Wer es dynamischer mag, kann auch mit 1/400s belichten.

Blitzen mit Profiequipment

Blitzen mit Profiequipment

Das ist was für Profis. Wer viel Geld für eine gute Blitzanlage ausgeben will, der kann diesen Effekt erzielen. Wie man damit umgeht, habe ich in meinen Beiträgen  „gib mir mehr Blitzpower“  und ähnliche bereits erklärt.

So, das war „Die Missionarsstellung in der Sportfotografie Teil 2“ bzw. es gibt noch mehr als nur die EINE Stellung. Bald werde ich weitere Tips  in Teil 3 präsentieren.

 

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Horst von Bohlen