Die Missionarsstellung in der Sportfotografie Teil 1

Vorab: Ich will nicht meine Kollegen beleidigen – nur anregen mal was neues auszuprobieren. Ich weiss, da hat mal was gut funktioniert, ist mit dem einen oder anderen Bild berühmt geworden und BUMS – schon gilt die Regegl „never change a running system“. Daher, so tröste ich mich immer wieder, bin ich (noch) nicht berühmt. Ich probiere immer neue Sachen aus. Und gar keine Frage; die fotografische Missionarsstellung ist geil – aber es gibt noch mehr zu entdecken.

Daher rege ich meine Fotokollegen mit diesen Beiträgen neue Ideen auf oder an was neues auszuprobieren. Erster Beitrag – FREISTELLEN

1. Freistellen heisst nicht immer große Blende

Das ist so ein Grundübel in der Sportfotografie, vor allem in der freien Natur. Du hast da geilste Wetter, die geilste Natur, Panorama pur und die geilsten Sportler und was tust du? das hier!!!

Große Blende und Freistellen

Große Blende und Freistellen

da fragt sich horstl: Wozu fahre ich dahin um so ein Foto zu machen? Um anzugeben, dass ich mit f2,8 fotografieren kann? Ehrlich, dass ist wirklich ein Grundübel vieler Fotografen. OK, ich habe auch in meiner Eingangsseite genau so ein Bild. Das war auf Mallorca am Hafen, im Hintergrund mit so ein paar Jachten. Nur die Jachten sind nicht halb so spannend wie die Natur mit den grünen Hügeln, der Nebel im Tal und die Berge.

2. Große Blende geht oft daneben
Das kenn ich auch aus eigener Erfahrung. Bewegte Objekte sind nicht immer leicht zu verfolgen. Ganz besonders schwierig wird es bei schweren Lichtverhältnissen. Ergebnis:

der scharfe Bereich ist da - nur interessiert es kein Mensch

der scharfe Bereich ist irgendwo da, wo es kein Mensch interessiert

man könnte das als Kunst und Besonderheit verkaufen. Ich würde beide Bilder sofort löschen.

3. Freistellen durch Farbkontraste
Das gleiche Bild mit kleiner Blende f>9 und schon habe ich die wunderschöne Landschaft im Hintergrund.

so ist schon viel besser. Die Läuferinn fällt durch den Bildschnitt, das eintreffende Licht und der Farbgebung  und auf

so ist schon viel besser. Die Läuferinn fällt durch den Bildschnitt (Mittelmotiv), das eintreffende Licht und der Farbgebung und auf. Ganz klar – man muss hier Blitzen wegen Gegenlicht und HSS muss sein!

Das ist meine Lieblingsvariante. Sieht man ganz selten in der Sportfotografie – leider!

Weiter geht’s mit Teil2 und Teil3

 

 

 

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Horst von Bohlen